Ruhr Museum

Kulturlandschaft DeilbachtalKulturlandschaft Deilbachtal

Die Kulturlandschaft Deilbachtal in Essen-Kupferdreh ist ein einzigartiges Ensemble an Ort und Stelle erhaltener Boden-, Geschichts- und Technikdenkmäler. Natur- und Kulturgeschichte verbindend repräsentiert sie im Ruhrgebiet in seltener Geschlossenheit alle Stadien des  Transformationsprozesses von einer bäuerlichen zu einer postindustriellen Landschaft.

Die besonderen naturräumlichen Ressourcen ließen im Deilbachtal bereits im 16. Jahrhundert eine gewerbliche Wirtschaftsform entstehen. Ausstreichende Flöze in den Hanglagen ermöglichten früh den Abbau von Steinkohle. Erze, Sandsteine und Schiefertone waren die Grundstoffe für weitere Gewerbezweige. Ausgedehnte Wälder lieferten das Holz zur Herstellung von Holzkohle, die zur Metallschmelze und -bearbeitung benötigt wurde. Das Wasser des Deilbaches diente dem Antrieb von Hämmern und Mühlen.

Die Kernobjekte der Kulturlandschaft Deilbachtal – der erstmals im 13. Jahrhundert erwähnte Deilmannsche Bauernhof mit der Deiler Mühle und dem Deilbachhammer, der um 1550 gegründete Kupferhammer, ehemalige Meilerplätze zur Herstellung von Holzkohle, eine Reihe von Objekten des Steinkohlenbergbaus, Reste einer Ringofenziegelei, das Aufstauwehr eines ehemaligen Steinkohlenkraftwerkes, ein geologischer Aufschluss mit Pflanzenabdrücken aus der Karbonzeit, sowie bauliche Reste der ersten Eisenbahn Deutschlands, einer pferdebetriebenen Schmalspurbahn  aus dem Jahr 1831 – sind über einen Rundwanderweg erschlossen. Jüngere Forschungen und Bodenfunde lassen die Vermutung zu, dass der Deilbachhammer zwischen 1831 und 1844 eine Art von Bahnbetriebswerk zu der von dem Industriellen Friedrich Harkort initiierten Deilthaler Eisenbahn gewesen ist und damit eines der frühesten Denkmäler zur Eisenbahngeschichte der BRD darstellt.

Anfahrt und Lageplan

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Copyright: Ruhr Museum; Foto: Hans Peter Gralingen
Copyright: Ruhr Museum; Foto: Hans Peter Gralingen
Copyright: Ruhr Museum; Foto: Rainer Rothenberg