Ruhr Museum

Gedächtnis

Das Ruhrgebiet ist als Raum erst durch die Industrialisierung entstanden. Davor gehörte es unterschiedlichen politischen und naturräumlichen Zusammenhängen an, die eine Vielzahl regionaler und lokaler Traditionen hinterlassen haben. Diese bilden im Unterschied zur lebendigen kollektiven Erinnerung des heutigen Ruhrgebiets das weiter zurückreichende kulturelle Gedächtnis der Region. Sie sind ein wichtiger Bestandteil seiner Identität.

Das kulturelle Gedächtnis ist räumlich organisiert. Es bindet sich an die Orte des Geschehens und an bestimmte Personen und Ereignisse. Es geht bei seiner Darstellung weniger um die Herstellung von Verbindungslinien und historischen Erklärungen. Die Rekonstruktion bestimmter Traditionen ähnelt eher einem archäologischen als einem historischen Verfahren.

Die Speicher der ehemaligen Kohlenwäsche werden zu Speichern der kulturellen Erinnerung. Dazu gehören auch die Sammlungen des Museums mit Objekten aus fernen, "utopischen" Orten, die im Kontrast zur Industrialisierung stehen.