Ruhr Museum

Mythos

Ob "Kohlenpott" oder "Land der tausend Feuer" - das Ruhrgebiet ist längst zum Mythos geworden. Dieser speist sich vor allem aus der Feuerarbeit am Hochofen, in den Stahlfabriken und Kokereien sowie dem Abbau der Kohle in den düsteren Tiefen der Welt untertage. Feuerkraft und Untertagewelt kann man als die Ursprungsmythen des Industriezeitalters bezeichnen.

Aber der Mythos Ruhrgebiet ist vielfältiger. Die gewaltigen Dimensionen der Produktions- und Förderzahlen, der Beschäftigten, der Maschinen und Industrieanlagen haben das Bild vom "Giganten an der Ruhr" geprägt.

Die schwere Arbeit, der damit einhergehende Typus von Männlichkeit, die Solidarität im Betrieb, in der Politik und auf dem Fußballplatz sowie die Integrationskraft und der soziale Zusammenhalt im "Schmelztiegel Kohlenpott" sind Bestandteile dieses Mythos. Dabei ist es unerheblich, ob diese Vorstellungen noch stimmen oder längst überholt sind, ob sie zum Selbstbild oder zum Klischee Ruhrgebiet gehören.