Ruhr Museum

Hochindustrialisierung

Bereits am Ende des 19. Jahrhundert hatte die Industrie im Ruhrgebiet ihren Höhepunkt erreicht und die Strukturen herausgebildet, die bis zur Krise der 1950er Jahre relativ unverändert bleiben sollten. Die Konzerne der Montanindustrie schlossen sich zu mächtigen Kartellen und Unternehmensverbänden zusammen. Dabei verbanden sich ihre wirtschaftlichen Interessen mit der nationalen Ideologie des deutschen Kaiserreiches, dessen imperiale Rüstungsprogramme die Schwerindustrie im Ruhrgebiet weiter ankurbelten.

Der Kohleabbau hatte die Emscherzone weiträumig erfasst. Hier entwickelte sich eine komplexe Industriegesellschaft, deren Kennzeichen enormes Bevölkerungswachstum, massenhafte Zuwanderung, Verdichtung von Industrie- und Stadtlandschaften und spezifische proletarische Lebensformen waren.

Gegen die schweren und gefährlichen Arbeitsbedingungen richteten sich die Forderungen und Streiks der entstehenden Arbeiterbewegung. Die der Natur zugefügten Schäden gefährdeten die Gesundheit der Menschen.