Ruhr Museum

Zerstörungen und Wiederaufbau

Durch die beiden Weltkriege kam dem Ruhrgebiet zweimal eine Doppelfunktion zu, die seine Bedeutung als montane Industrieregion in Deutschland zementierte: Es war Rüstungszentrum in den Kriegen und anschließend Kristallisationskern des Wiederaufbaus.

Im Ersten Weltkrieg trafen der Hunger, im Zweiten Weltkrieg der Bombenkrieg das Ruhrgebiet besonders hart. Zwischen den Weltkriegen kam es zu revolutionären Erhebungen, vor allem während des "Ruhrkampfes" 1920. Das Ruhrgebiet war intensiv in die Verbrechen des Nationalsozialismus verstrickt. Massive Rationalisierung und Mechanisierung im Bergbau und neue Verwendungen für die Kohle bei der Elektrizitäts- und Gaserzeugung verfestigten die montane Struktur des Ruhrgebiets. Dazu gehörte auch die neu entstehende Chemieindustrie an der Lippe.

Die Verstetigung des industriellen Ballungsraums führte aber auch zu einer verstärkten Urbanisierung, in der die Voraussetzungen für den Wiederaufbau als Stadtregion nach 1945 geschaffen wurden.