Ruhr Museum

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Arbeit & Alltag. Industriekultur im Ruhr Museum

26. September 2015 bis 3. April 2016

Die industriegeschichtliche Sammlung ist die zentralste Sammlung des Ruhr Museums. Denn beheimatet auf dem Welterbe Zollverein wird das Museum vor allem mit der Industriegeschichte in Verbindung gebracht. Die Sammlung umfasst über 100.000 Objekte, von denen in der Dauerausstellung des Ruhr Museums zur „Natur, Kultur und Geschichte des Ruhrgebiets“ nur ein Bruchteil gezeigt wird. Den Kern der Sammlung bilden Gegenstände der schwerindustriellen Arbeit, vor allem aus dem Bergbau und der Stahlindustrie, darunter Grubenwagen, Kaueneinrichtungen, Spinde, Stempel- und Werksuhren, Maschinen, Arbeitsgeräte und Werkzeuge, Grubenlampen, Grubentelefone, Gusstiegel, Jubiläumsurkunden und -geschenke. Hinzu kommen Objekte aus allen Bereichen des Alltagslebens wie Mobiliar und Einrichtungsgegenstände, Küchengeräte, Öfen, Geschirr, Uhren, Schmuck, Kleidung, Toilettengeräte, Spielzeug, Sportgeräte, Schul-, Büro-, Kneipen- und Geschäftsinventar sowie Erinnerungsstücke an besondere Ereignisse wie Taufe, Kommunion, Konfirmation und Hochzeit. Aufgrund der Größe der Sammlung, vor allem aber einzelner Exponate, wird die  Sammlungsausstellung nicht auf der Galerie, sondern im zentralen Ausstellungsraum des Ruhr Museums auf der 12-Meter-Ebene der Kohlenwäsche gezeigt. Die Ausstellung gliedert sich in sechs Kapitel, die in konzentrischen Kreisen um die Rolle des Menschen im industriellen Ruhrgebiet angelegt sind. Im Zentrum steht das Individuum selbst, seine Kleidung, seine persönlichen Gegenstände, Hygieneartikel und individuelle Porträts. Eine zweite Abteilung ist dem Haushalt gewidmet, angefangen bei Konsumartikeln über Haushaltsgeräte bis hin zu Möbeln und Einrichtungsgegenständen. In der Abteilung Betrieb werden exemplarische Exponate aus den zentralen Branchen des industriellen Ruhrgebiets präsentiert, sowohl Produkte als auch Maschinen und Werkzeuge des Herstellungsprozesses bis hin zur Berufskleidung der Bergleute und Stahlarbeiter. Parallel zur Welt des Betriebes tritt die der Freizeit mit Exponaten der Vereine und des Vergnügens, der Café- und Kneipenkultur. Eine weitere Abteilung ist die der Gesellschaft, in der Themen wie Kirche und Schule, Herrschaft und Krieg subsumiert werden. Sie zeigen Exponate der gesellschaftlichen Gruppen und ihrer Repräsentanten, aber auch der Kriege, in die das Ruhrgebiet als Waffenschmiede des Industriezeitalters verstrickt war. Die abschließende Ausstellungsabteilung Identitäten zeigt das Selbstverständnis und die Fremdwahrnehmung der Region. Ausgewählt wurden Knappenuniformen und Erinnerungsstücke an Berg- und Hüttenarbeit, aber auch ein Protestplakat gegen die Zechenschließungen im Ruhrgebiet des Strukturwandels.

Zur Ausstellung ist ein umfassender und reich bebilderter Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen.

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