Ruhr Museum

Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990. Fotografien von Ergun Çagatay

Sonderausstellung im Ruhr Museum

Juni bis Oktober 2021

Zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens (1961) präsentiert die Ausstellung türkisch-deutsche Lebenswelten zweier Generationen: Ergun Çagatay besuchte 1990 seine Landsleute in Köln, Aachen, Werl, Berlin, Duisburg und Hamburg und fotografierte Türkeistämmige jeden Alters in Einzel- und Gruppenporträts im Alltag. In seiner umfassenden Reportage wirft Çagatay einen anthropologischen Blick auf diejenigen, die in den 1960er Jahren von der Türkei nach Deutschland auswanderten und zeigt, wie diese Einwanderung Deutschland verändert hat. Er ging hinein in das Alltagsleben der Familien, blickte in Moscheen und Wohnzimmer, in Fabriken und in eine Zeche, er begegnete Jugendlichen und begleitete Demonstrant*innen, die für die Anerkennung einer doppelten Staatsbürgerschaft stritten.

Die Ausstellung macht erstmals die Fotografien Ergun Çagatay einem größeren Publikum in Deutschland und der Türkei zugänglich: Sie umfasst 120 Fotografien, acht Video-Interviews sowie eine mediale Installation, die die Sichtweise des Fotografen erkennbar werden lässt.

„Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990. Fotografien von Ergun Çagatay“ ist ein deutsch-türkisches Kooperationsprojekt und wird gefördert vom Auswärtigen Amt und der RAG-Stiftung. Die Wanderausstellung wird in drei Museen in Deutschland (Essen, Hamburg, Berlin) und – in Kooperation mit dem Goethe-Institut­ – in drei Städten in der Türkei (Istanbul, Ankara, Izmir) gezeigt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und türkischer Sprache.

Das Veranstaltungsprogramm
Während der Laufzeit der Ausstellung findet ein umfangreiches und zum Teil partizipativ angelegtes kulturelles Rahmenprogramm auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen statt. Es umfasst unter anderem ein öffentliches Symposium, eine Lesereihe, Vorträge, partizipative Stadtteil- und Schulprojekte sowie eine deutsch-türkische Kulturnacht mit Familienangeboten und einem Bühnenprogramm.

Das Rahmenprogramm bindet namhafte Repräsentant*innen der türkeistämmigen Community in Deutschland ein –  vor allem der zweiten und dritten Generation, die unter anderem als Journalist*innen, Schriftsteller*innen, Künstler*innen, Comedians, Musiker*innen etc. den gegenwärtigen kulturellen Diskurs in Deutschland mitprägen. So wird den individuellen Migrationserfahrungen, Erinnerungen und Familiengeschichten der Kinder und Enkel der sogenannten Gastarbeiter*innen ein Raum gegeben und ein direkter Bezug zur gegenwärtigen Diskussion um Beheimatungsprozesse hergestellt.